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Die Georg Fischer AG ist ein führender Industriekonzern, fokussiert auf die drei Kerngeschäfte GF Automotive, GF Piping Systems und GF AgieCharmilles. Das im Jahr 1802 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in Schaffhausen (Schweiz) beschäftigt weltweit rund 13.000 Mitarbeiter.

Mit KANBAN kommunizieren die Abteilungen

Der Automobilzulieferer Georg Fischer AG hat am Standort Altenmarkt/Österreich erfolgreich eine Fertigungssteuerung nach dem KANBAN-Prinzip eingeführt. Zentrales Element hierbei ist die über Planungstafeln gesteuerte Zirkulation von KANBAN-Karten.

Der Geschäftsbereich Automotive der Georg Fischer AG entwickelt und fertigt hoch beanspruchbare Gussteile für die Automobilindustrie und deren Zulieferer. Seine Produktionsstandorte befinden sich in Deutschland, Österreich, Kanada und China. Das Unternehmen gilt in seinem Produktsegment als europäischer Technologie- und Marktführer mit allen für die Serienfertigung relevanten Gießverfahren und Werkstoffen.

Im Werk im österreichischen Altenmarkt produzieren die rund 600 Beschäftigten der Georg Fischer GmbH & Co KG im Druckgussverfahren Automobilkomponennten aus Aluminium und Magnesium. Beliefert werden Kunden in Stuttgart, Bremen und München, aber auch in Frankreich und England.

Massenproduktion versus Bestandsminimierung

Innerhalb des Unternehmens strebt die Gießerei eine Fertigung möglichst großer Stückzahlen an - zum einen wegen der wirtschaftlichen Auslastung ihrer Anlagen, zum anderen, weil mit hohen Stückzahlen eine bessere Qualität gewährleistet werden kann.

Allerdings deckt sich das Ziel möglichst hoher Durchsätze nicht immer mit den Interessen der Weiterverarbeitung und Auslieferung. Nach dem Prinzip des Lean Managements geht es hier den Verantwortlichen zum Beispiel auch um eine Reduzierung der Rohteilbestände in den Zwischenlagern. Unternehmensübergreifendes Ziel des Managements ist es, die Losgrößen der Gießerei so zu optimieren, das möglichst bedarfsgerecht - just in time - produziert und vom Kunden die Fertigware innerhalb eines definierten Zeitfensters abgeholt werden kann.

Selbst steuernde Regelkreise als Lösung

Als Steuermedium in diesem Kräftespiel zwischen Kundenanforderungen, Gießerei und Weiterverarbeitung hat die Geschäftsführung bei der Georg Fischer GmbH & Co. KG in Altenmarkt die KANBAN-Methode eingeführt. Das vergleichsweise einfache System verbindet zwei hintereinander liegende Prozesse mit einem selbst steuernden Regelkreis. Die weltbekannte Methode verringert Umlaufbestände und Fertigwaren, wodurch sich die Kapitalbindung reduziert. Gleichzeitig reagiert das System flexibel auf schwankenden Kundenbedarf.

Bei der KANBAN-Steuerung holt sich der nachfolgende Prozess die von ihm benötigten Materialien beim Pufferlager des vorgelagerten Prozesses zur richtigen Zeit und in der notwendigen Menge ab.

In Altenmarkt wurde das KANBAN-System stufenweise eingeführt. In einem Pilotprojekt wurde der erste Regelkreis - die Gießerei und die Nachbearbeitung - in Angriff genommen. Die Informationen zur Produktion des benötigten Nachschubs wird bei der Georg Fischer GmbH & Co KG - wie im klassischen KANBAN-System üblich - durch KANBAN-Karten übermittelt.

Behälter, Karten, Planungstafeln

Als zentrales Organisationsmittel dienen Planungstafeln, in die die Mitarbeiter die KANBAN-Karten auf ihrem Weg zwischen den Prozessen immer wieder systematisch spaltenweise einstecken.

Die Halbfertigprodukte der Gießerei werden in definierten Behältern gelagert. Sobald ein Behälter gefüllt ist, wird er mit einer entsprechend beschrifteteen KANBAN-Karte versehen und wandert in die weiterverarbeitende Abteilung. Damit fehlt die Karte an der Steuerungstafel. Sobald die nachgeschaltete Produktionsinsel alle Halbfertigprodukte weiterverarbeitet hat und der Behälter leer ist, kehrt die Karte zurück in eines der Fächer an der Tafel. Wenn also keine Karte mehr an der Steuerungstafel ist, sind alle Behälter im Umlauf.

KANBAN-Tafeln erfüllen in den Regelkreisen mehrere Funktionen. Zum einen helfen sie bei der Reihenfolgeplanung der durch die Karten ausgelösten Produktionsaufträge, zum anderen dienen sie der Einteilung in Dringlichkeitsstufen. Hierzu sind die Kartenfächer in den Ampelfarben lackiert. Die ersten zurückkehrenden Karten werden in grüne Fächer einsortiert, die nächsten in gelb und schließlich in rote.

Als einheitliches und sichers Aufbewahrungssystem beugen die Planungstafeln außerdem dem Verlust der Karten vor.